RAG-System oder klassischer Chatbot – was passt zu Ihrem Use-Case?
„Wir hätten gern einen Chatbot" – diesen Satz hören wir oft. Dahinter stecken aber sehr unterschiedliche Anforderungen. Ob ein klassischer Chatbot genügt oder ein RAG-System nötig ist, hängt davon ab, woher die Antworten kommen sollen.
Der klassische Chatbot
Ein klassischer Chatbot beantwortet Fragen auf Basis des allgemeinen Wissens eines Sprachmodells sowie fest hinterlegter Vorgaben. Er eignet sich gut für allgemeine Beratung, Begrüßung, Vorqualifizierung von Anfragen und klar definierte Abläufe.
Seine Grenze: Er kennt Ihre spezifischen Dokumente nicht. Fragen zu internen Preisen, konkreten Vertragsdetails oder technischen Spezifikationen kann er nicht zuverlässig beantworten – im schlechtesten Fall rät er.
Das RAG-System
RAG steht für „Retrieval-Augmented Generation". Bevor das Sprachmodell antwortet, durchsucht das System eine Wissensbasis aus Ihren eigenen Dokumenten und gibt die passenden Stellen als Kontext mit. Die Antwort stützt sich dann auf Ihre Inhalte – nachvollziehbar und mit deutlich geringerem Risiko für Falschaussagen.
Ein RAG-System ist die richtige Wahl, wenn:
- Antworten auf internem Wissen beruhen müssen (Handbücher, SOPs, Produktkataloge),
- die Informationen sich regelmäßig ändern,
- Nachvollziehbarkeit wichtig ist und Quellen genannt werden sollen.
Die Entscheidungshilfe
Eine einfache Faustregel:
- Geht es um allgemeine Kommunikation und Vorqualifizierung, reicht meist ein klassischer Chatbot.
- Geht es um Antworten aus Ihren eigenen Dokumenten, führt an einem RAG-System kaum ein Weg vorbei.
In der Praxis kombinieren wir beides häufig: ein freundlicher Chatbot als Einstieg, der bei fachlichen Fragen auf eine RAG-Wissensbasis zugreift. Welche Variante für Ihren konkreten Fall sinnvoll ist, lässt sich in einem kurzen Gespräch schnell einordnen.